Vagusnerv & Nervensystem regulieren: Vielleicht musst du deinen Körper nicht beruhigen, sondern verstehen

Vagusnerv aktivieren.

Vagusnerv stimulieren.

Nervensystem regulieren.

Atemübungen gegen Stress.

Wenn du dich mit innerer Unruhe, Ängsten, Erschöpfung oder Dauerstress beschäftigst, bist du wahrscheinlich schon über mindestens einen dieser Begriffe gestolpert. Vielleicht hast du auch schon einiges ausprobiert. Meditationen. Atemübungen. Yoga. Nahrungsergänzung. Sport. Spaziergänge. Journaling. Vielleicht hast du Blutwerte kontrollieren lassen, mit Ärzten gesprochen, stundenlang recherchiert oder ChatGPT gefragt.

Und trotzdem kommt irgendwann wieder dieser Moment: Warum bin ich eigentlich immer noch so angespannt?

Ich möchte dir deshalb heute nicht einfach fünf Übungen geben, mit denen du angeblich deinen Vagusnerv „resettest“.

Ich möchte dir zuerst erklären, was dieser Nerv überhaupt ist, warum er so wichtig ist und warum dein Körper trotzdem aus viel mehr Puzzleteilen besteht. Denn genau da wird es interessant.

Was ist der Vagusnerv überhaupt?

Stell dir dein Gehirn und deinen Körper wie zwei Menschen vor, die den ganzen Tag miteinander telefonieren. Einer der wichtigsten Telefonleitungen zwischen beiden ist der Vagusnerv.

„Vagus“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet sinngemäß der Umherschweifende oder Wandernde.

Und der Name passt ziemlich gut.

Der Vagusnerv ist der zehnte Hirnnerv und zieht vom Hirnstamm durch den Hals weiter in Brust- und Bauchraum. Auf seinem Weg steht er unter anderem mit Herz, Lunge und Verdauungssystem in Verbindung.

Er gehört zum parasympathischen Nervensystem.

Und jetzt wird es wichtig.

Unser autonomes Nervensystem steuert viele Dinge, über die wir nicht jede Sekunde bewusst nachdenken müssen. Du sitzt schließlich nicht morgens auf deinem Bett und denkst: „Okay Herz, jetzt bitte schlagen.“ „Magen, du darfst jetzt verdauen.“ „Und Lunge - einatmen, ausatmen, einatmen …“ Dein Körper erledigt unendlich viel davon automatisch.

Sympathikus und Parasympathikus – Gaspedal und Bremse

Stell dir dein Nervensystem wie ein Auto vor. Der Sympathikus ist vereinfacht gesagt dein Gaspedal. Er wird besonders wichtig, wenn Leistung, Anstrengung, Stress oder Gefahr angesagt sind.

Dein Körper stellt Energie bereit.

Die Aufmerksamkeit steigt.

Das Herz kann schneller schlagen.

Die Verdauung wird vorübergehend weniger wichtig.

Du bist bereit zu kämpfen, zu fliehen oder zu handeln.

Und das ist nichts Schlechtes. Wir brauchen dieses Gaspedal.

Problematisch wird es erst, wenn dein Fuß gefühlt jahrelang auf dem Gas steht.

Dann gibt es den Parasympathikus. Er unterstützt Ruhe, Erholung und Verdauung. Und genau hier spielt der Vagusnerv eine besonders wichtige Rolle. Man könnte deshalb vereinfacht sagen: Der Sympathikus hilft dir, mit einer Herausforderung umzugehen. Der Parasympathikus hilft deinem Körper anschließend wieder herunterzufahren.

Ein gesund reguliertes Nervensystem bedeutet deshalb nicht, dass du immer entspannt bist. Das wäre überhaupt nicht das Ziel. Es bedeutet vielmehr: Ich kann hochfahren, wenn es notwendig ist und danach wieder herunterkommen.

Wofür ist der Vagusnerv verantwortlich?

Der Vagusnerv ist unter anderem an der Regulation von Prozessen beteiligt, die mit Herzfrequenz, Atmung, Verdauung, Schlucken und Stimme, verschiedenen Reflexen und der Kommunikation zwischen inneren Organen und Gehirn zusammenhängen. Deshalb wird der Vagusnerv auch so häufig erwähnt, wenn es um Stress und Regulation geht.

Aber hier möchte ich etwas ganz klar sagen: Nicht jedes körperliche oder psychische Problem ist ein „blockierter Vagusnerv“.

Unser Körper ist keine Maschine, bei der wir nur einen Schalter reparieren müssen und plötzlich läuft wieder alles. Wir bestehen aus unendlich vielen Puzzleteilen. Und genau deshalb reicht es mir persönlich nicht, nur auf den Vagusnerv zu schauen.

Dein Körper ist ein Puzzle

Genau das ist einer der wichtigsten Grundsätze meiner Arbeit.

Wenn vor mir ein Mensch sitzt, sehe ich nicht nur: „Da ist Stress.“ Oder: „Das Nervensystem ist dysreguliert.“ Ich möchte wissen: Warum?

Wie lebt dieser Mensch? Wie ernährt er sich? Wie schläft er? Wie sieht sein Arbeitsalltag aus? Welche Beziehungen führt er? Wie war seine Kindheit? Welche Muster wiederholen sich? Welche Glaubenssätze trägt er mit sich herum? Welche körperlichen Symptome gibt es? Wie sehen relevante Blutwerte aus? Welche Erfahrungen hat dieser Mensch gemacht? Wo passt er sich ständig an? Wo sagt er Ja und meint eigentlich Nein? Wo steht er permanent unter Druck? Und vor allem: Was versucht dieser Mensch vielleicht seit Jahren zu kompensieren?

Für mich besteht ein Mensch aus Körper, Psyche, Nervensystem, Unterbewusstsein, Erfahrungen, Beziehungen, Umfeld, Lebensweise, Prägungen und in meiner Arbeit ebenfalls, energetischen und spirituellen Ebenen.

Ein einzelnes Puzzleteil kann wichtig sein. Aber ein Puzzleteil ist noch nicht das ganze Bild.

Warum dein Nervensystem überhaupt Alarm schlägt

Stell dir einen Rauchmelder vor. Seine Aufgabe ist nicht, dich zu nerven. Seine Aufgabe ist es, dich zu warnen. Wenn es brennt und der Rauchmelder losschreit, würdest du hoffentlich nicht einfach die Batterie herausnehmen und dich freuen: „Herrlich. Endlich Ruhe.“ Du würdest nachsehen: Woher kommt der Rauch?

Und genau diese Frage fehlt mir manchmal beim Thema Nervensystemregulation.

Wir versuchen, den Alarm auszuschalten. Aber warum ist er überhaupt angesprungen?

Vielleicht hast du jeden Tag Stress auf der Arbeit. Dann können wir natürlich eine Atemübung machen. Aber danach möchte ich wissen: Warum stresst dich deine Arbeit so sehr? Ist es wirklich die Arbeitsmenge? Oder kannst du keine Grenzen setzen? Willst du niemanden enttäuschen? Übernimmst du ständig Aufgaben anderer? Glaubst du, du bist erst wertvoll, wenn du viel leistest? Hast du Angst vor Ablehnung? Willst du deinem Chef etwas beweisen? Nimmst du die Stimmung deiner Kollegen sofort auf? Warum?

Genau dort beginnt für mich die eigentliche Arbeit.

Dein Unterbewusstsein sitzt mit am Steuer

Vieles, was wir im Alltag tun, läuft automatisiert ab.

Du musst nicht morgens bewusst beschließen: „Heute passe ich mich wieder allen Menschen an.“ Du machst es einfach.

Vielleicht hast du irgendwann gelernt: Wenn ich lieb bin, werde ich gemocht. Wenn ich leiste, bekomme ich Anerkennung. Wenn ich mich anpasse, gibt es weniger Konflikte. Wenn ich auffalle, wird es gefährlich.

Irgendwann ist die ursprüngliche Situation längst vorbei. Aber dein System kennt das alte Programm noch.

Dann kommt beispielsweise ein bestimmter Tonfall von deinem Chef. Rational denkst du: „Der hat doch nur etwas gefragt.“ Dein Körper reagiert aber bereits. Du spannst dich an. Dein Herz schlägt schneller. Deine Gedanken rasen. Du willst dich rechtfertigen. Vielleicht merkst du erst Stunden später, wie erschöpft du eigentlich bist.

Genau deshalb reicht für mich der Satz „Du musst dich einfach entspannen“ nicht.

Ich habe meinen Körper selbst jahrelang nicht verstanden

Rückblickend kann ich heute erkennen, dass mein Nervensystem bereits sehr früh gelernt hat, wachsam zu sein. Bewusst wahrgenommen habe ich diese Zusammenhänge aber erst viel später, ungefähr 2023 oder 2024. Und mein Körper hatte längst gesprochen.

Essen war beispielsweise über viele Jahre ein Thema in meinem Leben. Mit 13 hatte ich Bulimie. Viele Jahre später entwickelte sich mein Verhältnis zum Essen in eine vollkommen andere Richtung und emotionales Essen wurde zu einem großen Thema. Dazu kamen über die Jahre unter anderem ein sehr ausgeprägtes Bedürfnis nach Ordnung, Phasen von Erschöpfung und zeitweise auch Panik.

Früher hatte ich andere Wege, um herunterzukommen. Ich ging feiern. Ich trank Alkohol.

Ich tauchte für einige Stunden in eine andere Welt ein. Das fühlte sich vielleicht wie Entspannung an.

Heute würde ich vieles davon eher als Regulation, bzw. Betäubung von außen betrachten.

Dann wollte ich verstehen, was hinter den Kulissen passiert

Mit Psychologie beschäftige ich mich bereits seit meiner Jugend. Aber irgendwann reichte mir das allein nicht mehr. Ich wollte verstehen: Was macht die Psyche mit dem Körper? Was macht Stress mit uns? Welche Rolle spielt das Unterbewusstsein? Warum entstehen bestimmte Symptome? Welche Rolle spielen Ernährung und Blutwerte? Warum wiederholen Menschen bestimmte Muster, obwohl sie wissen, dass diese ihnen nicht guttun?

So kamen nach und nach weitere Puzzleteile hinzu.

Meditation.

Unterbewusstsein.

Trauma.

Psychosomatik.

Nervensystem.

Körper.

Ernährung.

Blutwerte.

Energetische Arbeit.

Persönlichkeitsmodelle und spirituelle Systeme.

Nicht, weil ich für jedes Problem eine einzige Erklärung finden wollte. Sondern genau umgekehrt: Weil ich verstanden habe, dass eine einzige Erklärung meistens nicht reicht.

Der Körper reagiert manchmal erst, wenn die Gefahr vorbei ist

Das habe ich erst vor Kurzem wieder sehr deutlich erlebt.

Ich war einige Tage in Spanien und befand mich dort in einer Situation, die für mich enorm belastend war.

Währenddessen funktionierte ich. Ich war angespannt. Mein Bedürfnis nach Ordnung war plötzlich wieder extrem präsent. Ich war müde und körperlich erschöpft.

Aber die deutlichere Reaktion kam bei mir erst danach. Als ich wieder zu Hause war.

Plötzlich wollte mein Körper vor allem eines: Ruhe.

Ich schlief viel und ruhte mich aus. Mein Zyklus verschob sich etwas und ich hatte wieder Periodenschmerzen, obwohl diese vorher kaum noch ein Thema gewesen waren. Das fand ich unglaublich spannend. Denn manchmal denken wir: „Jetzt ist doch alles vorbei. Warum geht es mir ausgerechnet jetzt schlecht?“

Dabei kann es vorkommen, dass wir Belastung während einer akuten Situation zunächst bewältigen und Erschöpfung oder andere Beschwerden erst danach deutlicher wahrnehmen. Das bedeutet nicht automatisch, dass jedes Symptom psychisch verursacht wurde. Aber es lohnt sich, den zeitlichen Zusammenhang überhaupt wahrzunehmen.

Vagusnerv stimulieren: Was kann tatsächlich helfen?

Jetzt kommen wir zu den berühmten Übungen.

Ja, wir können unserem Nervensystem Signale geben, die mit Ruhe und Sicherheit verbunden sind. Dazu können, je nach Mensch, beispielsweise gehören:

Langsames Atmen.
Vor allem eine ruhige Atmung kann dabei helfen, körperliche Aktivierung herunterzufahren.

Singen oder Summen.
Stimme und Atmung hängen anatomisch mit Strukturen zusammen, an denen auch der Vagus beteiligt ist. Ich persönlich brauche dafür keine perfekte Übung, Musik ist ohnehin ein wichtiger Teil meines Lebens.

Bewegung.
Nicht jeder Mensch entspannt im stillen Sitzen. Manche müssen sich bewegen.

Dehnen.
Yoga ist beispielsweise überhaupt nicht meins. Ich habe verschiedene Formen ausprobiert. Aber Dehnen? Das tut meinem Körper unglaublich gut.

Tanzen.
Musik an und los. Für mich kann das wesentlich regulierender sein, als mich zu zwingen, zwanzig Minuten still auf einem Kissen zu sitzen.

Musik machen.
Singen, Keyboard, Klavier oder Schlagzeug, auch darüber kann ich ganz anders bei mir ankommen.

Auszittern (TRE) und körperorientierte Übungen.
Auch damit habe ich persönlich gute Erfahrungen gemacht.

Ruhe und Schlaf.
Manchmal braucht dein Körper keine weitere Selbstoptimierungsübung. Manchmal braucht er schlicht Erholung.

Und vielleicht merkst du hier schon etwas: Regulation muss zu dir passen. Nur weil Yoga für einen anderen Menschen wunderbar funktioniert, muss es nicht dein Weg sein.

Warum Vagusnerv-Übungen allein trotzdem nicht reichen können

Nehmen wir ein einfaches Beispiel.

Du machst morgens zehn Minuten Atemübungen. Danach fährst du zur Arbeit. Dort arbeitest du seit drei Jahren in einem Umfeld, das du hasst.

Du hast Angst vor deinem Vorgesetzten.

Du sagst ständig Ja.

Du übernimmst Arbeit für andere.

Du machst Überstunden.

Du möchtest gemocht werden.

Du hast Angst zu kündigen.

Du kommst nach Hause und ärgerst dich über dich selbst.

Und am nächsten Morgen stimulierst du wieder zehn Minuten deinen Vagusnerv.

Merkst du etwas?

Die Atemübung ist nicht das Problem. Vielleicht tut sie dir sogar richtig gut. Aber irgendwann müssen wir trotzdem über dein Leben sprechen.

Vielleicht braucht dein Nervensystem keine weitere Technik

Vielleicht braucht es eine Grenze. Eine Entscheidung. Ein Nein. Ein Gespräch. Mehr Schlaf. Andere Ernährung. Eine medizinische Untersuchung. Eine Veränderung im Beruf. Die Aufarbeitung eines alten Musters. Eine Beziehung, in der du dich nicht permanent verbiegen musst. Oder überhaupt erst das Verständnis dafür, warum du reagierst, wie du reagierst.

Genau deshalb würde ich niemals sagen: „Dein Problem ist dein Vagusnerv.“

Ich würde sagen: Lass uns herausfinden, welche Puzzleteile bei dir zusammenspielen.

Medizinische Ursachen gehören trotzdem abgeklärt

Ganzheitlich bedeutet für mich nicht, Medizin auszublenden.

Im Gegenteil.

Körperliche Beschwerden können körperliche Ursachen haben und gehören, insbesondere wenn sie neu, stark, anhaltend oder ungewöhnlich sind, medizinisch abgeklärt.

Auch ich lasse beispielsweise Blutwerte kontrollieren und hole ärztliche Einschätzungen ein, wenn es notwendig ist. Ganzheitlichkeit bedeutet für mich nicht: Entweder Körper oder Psyche. Sondern: Körper UND Psyche UND Lebensumstände UND persönliche Geschichte.

Je nach Mensch kommen weitere Ebenen hinzu. Das ist ein gewaltiger Unterschied.

Was dein Körper dir vielleicht wirklich sagen möchte

Ich sehe meinen Körper heute nicht mehr einfach als etwas, das funktionieren muss.

Wenn etwas auffällig wird, frage ich mich: Was ist gerade passiert? Was hat sich verändert? Was belastet mich? Was esse ich? Wie schlafe ich? Was fühle ich? Was ignoriere ich vielleicht? Wo überschreite ich meine eigenen Grenzen? Was sagt die medizinische Ebene? Und gibt es einen Zusammenhang zwischen mehreren dieser Dinge?

Nicht jedes Symptom enthält eine versteckte spirituelle Botschaft. Nicht jedes Symptom kommt von Stress. Und nicht jede innere Unruhe lässt sich mit dem Vagusnerv erklären.

Aber dein Körper liefert dir Informationen. Die Frage ist, ob du bereit bist zuzuhören.

Wenn du schon alles Mögliche ausprobiert hast

Vielleicht kennst du genau diese Situation. Du warst beim Arzt. Vielleicht waren deine Befunde unauffällig.

Du hast gegoogelt.

Du hast ChatGPT gefragt.

Du hast Nahrungsergänzungsmittel gekauft.

Meditation ausprobiert.

Vielleicht Human Design, Numerologie, Astrologie oder andere Systeme kennengelernt.

Du weißt mittlerweile unglaublich viel. Und trotzdem fehlt dir dieses eine Bild, bei dem plötzlich die einzelnen Teile zusammenpassen. Genau dort setze ich an. Nicht mit: „Ich weiß, was mit dir nicht stimmt.“ Sondern mit: „Lass uns gemeinsam herausfinden, was bei dir zusammenspielt.“

Meine Arbeit beginnt nicht beim Symptom, sondern beim ganzen Menschen

Je nachdem, womit du zu mir kommst, können unterschiedliche Wege sinnvoll sein.

In meiner Ursachenanalyse schauen wir tief hinter wiederkehrende Symptome, Muster, Belastungen und Lebenssituationen.

In einer 1:1-Begleitung können wir anschließend über einen längeren Zeitraum gemeinsam an den Themen arbeiten, die sichtbar geworden sind.

Wenn die körperliche Ebene eine Rolle spielt, biete ich außerdem eine Blutanalyse mit ausführlicher Auswertung an. Dabei geht es darum, vorhandene Laborwerte verständlich einzuordnen und Zusammenhänge sichtbar zu machen. Sie ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung.

Und wenn du dich selbst besser verstehen möchtest, arbeite ich auch mit Numerologie, Human Design und Astrokartografie. Für mich sind diese Systeme keine medizinische Diagnostik. Sie können aber zusätzliche Perspektiven eröffnen: beispielsweise auf Energie, Arbeitsweise, Entscheidungsverhalten oder die Frage, in welchem Umfeld du dich wohlfühlst.

Nicht jeder braucht alles davon.

Entscheidend ist, was für dich und deine Situation tatsächlich sinnvoll ist.

Vielleicht musst du deinen Körper nicht ständig beruhigen

Vielleicht ist dein Körper nicht gegen dich. Vielleicht versucht er nicht, dir das Leben schwerzumachen. Vielleicht hat er sehr lange genau das getan, wofür ein Schutzsystem da ist: aufpassen. Dann besteht Veränderung nicht darin, diesen Wächter möglichst schnell zum Schweigen zu bringen. Sondern irgendwann zu verstehen: Wovor beschützt du mich eigentlich?

Denn du kannst jeden Tag versuchen, deinen Vagusnerv zu stimulieren.

Du kannst atmen. Meditieren. Summen. Dehnen. Und all diese Dinge dürfen dir guttun. Aber wenn dein Leben deinem System jeden Tag erneut vermittelt, dass es kämpfen, funktionieren, leisten, sich anpassen oder wachsam sein muss, lohnt sich eine andere Frage: Warum ist mein Körper überhaupt so laut geworden?

Vielleicht beginnt genau dort etwas, das tiefer geht als die nächste Übung. Vielleicht beginnt dort echtes Verstehen.

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Viele Menschen haben ihren Beruf nie gewählt. Sie haben ihre Kindheit gewählt.